Mittwoch, 18. Oktober 2017

Das richtige Alter

Kätzchen ab 6-7 Wochen sind schon verdammt süß! Die Katzenbabys sehen wie richtige kleine Katzen aus, sind aber auch wirklich drolllig und verspielt. Gleichzeitig sind Katzenkinder in diesem Alter aber wirklich noch Babys, die ihre Mutter brauchen. Sie fressen zwar schon ganz ordentliche Portionen Katzenfutter, hängen aber auch sehr an Mamas Rockzipfel. Schlimm ist, wenn sie in diesem Alter schon ihrer Mutter entrissen werden.


6 Wochen alte Kätzchen aus unserem U-Wurf

Jetzt hat endlich eine richtig wissenschaftliche Studie belegt, dass es am besten ist, wenn Kätzchen 14-16 Wochen bei ihrer Mutter bleiben. Je früher sie ihre Mutter und Geschwister verlassen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kätzchen später als erwachsene Katzen Verhaltensstörungen zeigen.


Drei kleine Tigerchen aus dem R-Wurf

Auch aus meiner Beobachtung heraus ist der Umzug ins neue Zuhause ab 14 Wochen unproblematisch, wenn das Kätzchen von einem Geschwisterchen oder Kumpel begleitet wird, der mit ihm zusammen aufgewachsen ist. Dann ist das neue Zuhause schnell erobert, die Fremde ist gleich weniger fremd und jeder der beiden hat eine Samtpfote mit bekanntem Geruch zum Kuscheln. Durch den nicht ganz so großen Stress ist auch die Gesundheit stabil und es wird schnell wieder gut gefressen.

Aeryn Sun mit 15 Wochen


Soll das Kitten jedoch alleine zu ihm fremden Katzen ziehen, ist es empfehlenswert, dass es bis nach der Impfung mit 16 Wochen bei uns bleibt. Mit 17 Wochen beginnen Kätzchen relativ unabhängig von Mutter und Geschwistern die Umgebung zu erforschen, es wird nicht ständig geschaut, was die Geschwister und Kumpel machen und allein von der eigenen Körpergröße her ist das Kennenlernen der neuen Mitbewohner nicht ganz so angsteinflößend. Nicht ganz zu vernachlässigen ist außerdem, dass meist erst in diesem Alter durch die Impfung ein wirksamer Schutz aufgebaut wird.


 
Navi mit 18 Wochen

Auch mit 17 oder 18 Wochen sind die Kätzchen noch Katzenkinder und lange nicht ausgewachsen. Sie sind vielleicht nicht mehr ganz so putzig wie 6 Wochen alte Kitten, aber sie sind in einem Alter, in dem sie beste Voraussetzungen haben, sich schnell in der neuen Umbegung einzuleben und zu starken und gesunden Katzen heranzuwachsen.

Sonntag, 8. Oktober 2017

Immer bunter, immer spektakulärer?

Den meisten Menschen, die sich für die Deutsch Lanhgaar begeistern, sind die Natürlichkeit und Bodenständigkeit der Rasse wichtig. Auch mich hat die Grundidee, die schon Prof. Schwangard vor fast 100 Jahren bewegte, einen eigenen Rassestandard aufzustellen, dazu gebracht, genau diese Katzen züchten zu wollen. Mit der Deutsch Langhaar sollte das attraktive Aussehen und die Ursprünglichkeit der Langhaarkatzen zu Anfang des 20.Jahrhunderts erhalten bleiben. Schwangart hatte keine Zweifel daran, dass die Zucht der Perser nach englischem und französischem Vorbild zu Katzen führen würde, die sich in ihrer Anatomie immer mehr von der ursprünglichen, durch die Evolution optimierten Typ der Hauskatze entfernen würde. Ihm war klar, dass dies zu gesundheitlichen Problemen führen kann, wie schon vor 100 Jahren in der Hundezucht zu sehen war.
Aus diesem Grund schuf er für die ursprünglichen Langhaarkatzen einen eigenen Standard, in dem er die anatomischen Merkmale genau beschrieb, was damals bei Rassebeschreibungen nicht üblich war.


Genau diese Idee war es, die auch die modernen Deutsch Langhaarzüchter ursprünglich bewog, sich für die Wiederanerkennung dieser alten Rasse und somit einer Umsetzung von Schwangarts Ideen einzusetzen. Deutsch Langhaarkatzen sollen schön und gesund sein und ein angenehmes Wesen haben.


Leider gibt es inzwischen einen Trend von Deutsch Langhaarzüchtern, den ich bedenklich finde. Es werden Katzen eingekreuzt, bei denen es nicht darum geht, die Entwicklung der Rasse zu fördern, indem man den Typ verbessert oder die genetische Vielfalt erhöht, sondern um etwas Besonderes zu schaffen. Da wird nicht gefragt, ob das noch etwas mit der ursprünglichen Deutsch Langhaarkatze zu tun hat, sondern es geht nur noch darum noch buntere oder spektakulärere Katzen hervorzubringen.




Sind das neue Fellfarben, die sonst keinen Einfluss auf die Gesundheit der Katzen haben und bei anderen Rassen seit Jahrzehnten gezüchtet werden, mag die Idee bei einer ursprünglichen, mitteleuropäischen Katzenrasse verwundern, aber auch andere Rassen wie die Britisch Langhaar kommen in vielen Farbvariationen hervor, ohne dass dies jemanden stört.

Anders sieht dies allerdings bei Merkmalen aus, die bei mittelereuropäischen Katzen hin und wieder zufällig auftreten, aber bei denen es sich um eine Mutation handelt, deren Effekte noch relativ wenig erforscht sind. Ich meine hier konkret eine Mutation, die bei Katzen unabhängig von der Fellfarbe zu einem oder zwei blauen Augen führen kann. In den USA wurde eine ähnliche Mutation eine Zeit lang gezielt unter dem Rassenamen Ojos Azules (Blauaugen) gezüchtet, man hat dort aber die Zucht weitgehend aufgegeben, weil man die gesundheitlichen Probleme nicht in den Griff bekam.



Vor einiger Zeit tauchten nun in Russland Züchter auf, die ebenfalls Katzen mit blauen Augen züchteten. Klar ist, dass dieses Gen reinerbig zu Katzen mit sehr viel Weiß und Taubheit führt. Allerdings soll es sich bei diesem Gen für blaue Augen nicht um dasselbe wie das für Ojos Azules handeln. Wirklich mehr weiß man im Grund nicht, weil die Züchter sehr zurückhaltend mit Informationen sind. Wie schon das Gen für die Ojos Azules hat dieses Gen sehr viel Ähnlichkeit mit einer Mutation, die beim Menschen als Waardenburg-Syndrom bekannt ist. Wie bei den Katzen gibt es dort mehrere verursachende Mutationen, die in der Regel dominant vererbt werden. Erstaunlicherweise zeigen auch die davon betroffenen Menschen Weißscheckung (Leuzismus, farblose Stirnlocke), ein oder zwei blaue Augen und eine leicht veränderte Gesichtsanatomie (Augenabstand ist größer als normal und der innere Augenwinkel ist verändert).




Nun kann man natürlich auf dem Standpunkt stehen, dass diese Augenfarbe so attraktiv ist, dass es wert ist, die Risiken, die dadurch entstehen, dass die Auswirkungen bei unseren Katzen noch nicht wirklich erforscht sind, einzugehen. Manche sehen es als Pionierarbeit an, so ein Merkmal züchterisch in eine Rasse einzubringen. Aus meiner Sicht jedoch hat dies nichts mit der Grundidee der Deutsch Langhaar zu tun. Aus rein wissenschaftlicher Betrachtungsweise finde ich solche Zuchtexperimente interessant und ich finde z.B. eine schwarze Katze mit blauen Augen auch attraktiv, das Einbringen solcher Gene steht aber dem, was die Deutsch Langhaar ausmacht, diametral entgegen.



Aus diesem Grund wird es bei den Sintharis keine Katzen mit dem Blauaugengen geben und ich werde weiterhin die Gesundheit über rein äußerliche Merkmale stellen. Meine Katzen sollen etwas Besonderes sein, weil sie das verkörpern, was eine Deutsch Langhaarkatze ausmacht - Ursprünglichkeit, Gesundheit, Schönheit und ein tolles Wesen gemäß der Rassebeschreibung und der Grundidee von Prof. Schwangart.