Montag, 21. Januar 2013

Achte Woche

Casana (53 Tage alt)

Unsere sechs kleinen Kätzchen sind nun bald acht Wochen alt und zu geschickten, schnellen und aktiven Samtpfötchen herangewachsen. Die Zeiten der Aktivität sind deutlich länger als vor zwei oder drei Wochen. Zum Schlafen wird meist der Kratzbaum oder eine der Liegematten an der Heizung erklommen.

Nashi (53 Tage alt)

Da die Katzenkinder fast alles fressen, was die erwachsenen Katzen bekommen, gibt es bis auf etwas Kittenmilch keine Sonderverpflegung mehr. Da wir hochwertig und abwechslungsreich füttern, bekommen sie dadurch alles, was für ein gesundes Wachstum nötig ist. Spezielles Kittenfutter ist so überflüssig. Alle Kätzchen sind auch auf den Geschmack von Dosenfutter gekommen, so dass es in ein paar Wochen, wenn der Umzug ins neue Zuhause ansteht, damit keine Probleme geben wird.


Yeli und Casana (52 Tage alt)

Unsere beiden Jungkatzen Saphira und Yeli sind gerne mit den Kleinen zusammen und spielen mit ihnen oder betätigen sich als Kindermädchen. Auch Miyou hat immer wieder viel Spaß daran, mit den Kätzchen zu toben. Sie weiß aber auch genau, wie man Katzenkindern zeigt, was sie dürfen und was nicht. So lernen sie ein gutes Sozialverhalten und werden später keine Probleme bei der Verständigung mit Artgenossen haben. Hin und wieder sehen die Spiele und Erziehungsmaßnahmen in unseren Augen recht grob aus, aber die Kätzchen begegnen den anderen Katzen vertrauensvoll und scheinen Saphira und Yeli richtig zu bewundern. Besonders rührend ist es, wenn der große Taran die Kätzchen putzt und sie sich an ihn kuscheln.


Akee (53 Tage alt)

Nur Kiri ist zur Zeit etwas unglücklich. Sie weiß nämlich genau, dass es jetzt eigentlich an der Zeit wäre, ihren Nachwuchs an die hohe Kunst der Jagd heranzuführen. Nur wie soll sie das ohne brauchbare Jagdbeute tun? Vor allem abends, wenn es die richtige Tageszeit wäre, die angehenden Jäger auf die ersten Ausflüge mitzunehmen, wird Kiri unruhig. Immer wieder ruft sie ihre Kinder zur Terrassentür und möchte nicht einsehen, dass wir das Wetter und die Umstände - es ist sehr frostig draußen und der Garten ist fast 15 cm hoch mit Schnee bedeckt - für ungeeignet halten.


Akee und Kiwi (53 Tage alt)

In ihrer Verzweiflung nimmt sie dann Spielzeugmäuse, die zwar die richtige Größe haben, aber weder den richtigen Geruch, noch das entsprechende Verhalten, ganz abgesehen davon, dass man sie nicht fressen kann. Maunzend versucht sie die Aufmerksamkeit ihrer Sprösslinge zu gewinnen, findet aber nur selten Gehör, weil es die quirlige Bande nur mäßig spannend findet, dabei zuzuschauen, wie Mama Stoffmäuse erlegt. Das können sie nämlich selbst schon ganz gut.

Calamondin mit Maus (52 Tage alt)

Regelmäßig werden die Kitten mit einem feinen Kamm gekämmt. Das ist bei dem relativ kurzen und feinen Fell zwar noch nicht nötig, aber was eine Katzen jetzt lernt, wird sie ihr Leben lang nicht vergessen. Vor allem lernen sie das Kämmen, ohne dass es zupf und ziept, als etwas Angenehmes kennen und werden später bereit sein, sich beim Fellwechsel unterstützen zu lassen. Genauso wichtig ist auch, dass die Kätzchen daran gewöhnt werden, überall angefasst zu werden und darauf vertrauen, dass man es gut mit ihnen meint.

Anstelle einer Maus wird die Kugel gefangen

Samstag, 12. Januar 2013

Charakterfragen

Akee und Casana (6 Wochen)

Kiris Katzenkinder sind nun sechs Wochen alt und schon stellt sich die Frage, wer mit wem zusammen bleiben darf. Da wir keine Kätzchen in Einzelhaltung abgeben, kommt es immer wieder vor, dass zwei Geschwisterchen zusammen ins neue Zuhause umziehen. In diesem Alter ist es in der Regel auch kein Problem, ein Kätzchen in eine bestehende Gruppe zu integrieren oder mit einem fremden Katzenkind zu vergesellschaften, aber am schönsten ist es für die Kätzchen natürlich, wenn nicht alles fremd und neu ist, sondern ein Geschwisterchen da ist.


Calamondin (6 Wochen)


Für uns ist es deshalb wichtig herauszufinden, welche Kitten besonders gut zusammenpassen. Oft wird dazu geraten, zwei gleichgeschlechtliche Katzen zu vergesellschaften. Bei jugendlichen oder erwachsenen Katzen würde ich auch dazu raten. Bei Katzenkindern hab ich jedoch die Erfahrung gemacht, dass es mehr auf das Temperament und den Charakter als auf das geschlechtertypische Verhalten ankommt. Ein ruhiges, sanftes Katerchen wird von seinem temperamentvollen und mit viel Körpereinsatz spielendem Bruder eher überfordert sein, als von seiner Schwester, die nichts gegen lustige Raufspiele mit ihrem Bruder einzuwenden hat. Nicht günstig ist natürlich, ein sanftbesaitetes Katzenmädel, das Fangspiele liebt, mit ihrem Bruder zusammen zu geben, der vor allem raufen möchte, selbst wenn er dabei relativ vorsichtig ist.


Nashi (6 Wochen)


Deshalb beobachten wir ab der sechsten Woche sehr genau, welche Vorlieben und Eigenarten die Kätzchen haben und welche Geschwister bevorzugt zusammen spielen. Bei den Früchtchen ist das Besondere, dass es nichts Besonderes zu sehen gibt. Die Katzenkinder sind sich vom Temperament und vom Wesen her sehr ähnlich. Sonst konnte man in diesem Alter schon erste Anzeichen davon sehen, welches Kätzchen eher einen gemütlichen und ruhigen Lebensstil bevorzugt, welche der kleinen Plüschkugeln bei Rennspielen immer vornweg ist und welches Kitten am liebsten mit den anderen balgt. Bei diesem Wurf sind die Kätzchen in laufend wechselnden Rollen aktiv. Die Katerchen spielen genauso gern miteinander wie mit ihren Schwestern und die Mädels haben kein Problem, sich mit viel Spaß mit ihren Brüdern zu beschäftigen.


Akee (6 Wochen)

Sehr gut passt, dass Akee mit Kiwi zusammen ausziehen wird, weil die beiden gerne miteinander durch die Wohnung toben oder aneinandergekuschelt schlafen. Akee wird wahrscheinlich kein übermäßig großer Kater, so dass auch die unterschiedlichen Kraftverhältnisse kein Problem sein werden.


Kiwi (6 Wochen)

Calamondin ist das deutlich größte Kätzchen des Wurfes, aber gleichzeitig auch ein bisschen ruhiger als sein Bruder Akee, so dass auch er gut mit einer seiner Schwestern zusammenleben kann. Sowohl Nashi als auch ihre Doppelgängerin Casana sind aufgeweckte und selbstbewusste Kätzchen und würden bestimmt mit ihrem Bruder glücklich werden.


Casana (6 Wochen)

Für die Menschen, die den Kitten ein neues Zuhause geben, gibt es sicher nichts Schöneres als zwei Kätzchen beim Spielen, Schmusen und Schlafen zu beobachten, die sich wirklich gern haben. Und das die Katzen dann später mal kein Interesse an Menschen haben, ist nur bei Stubentigern der Fall, die in den entscheidenden ersten Wochen zu wenig Kontakt mit Menschen hatten. Für die werden die Artgenossen immer an erster Stelle kommen. Bei unseren Katzen ist das nicht der Fall. So gerne sie mit ihren kätzischen Mitbewohnern zusammen sind - trotzdem bleibt der Mensch für sie etwas Besonderes, den man sogar den eigenen Artgenossen vorzieht.


Cherimoya (6 Wochen)


Donnerstag, 3. Januar 2013

Fünfte Woche

Calamondin

Kiris Nachwuchs entwickelt sich prächtig. Alle habe die 500-g-Marke überschritten, Calamondin bringt sogar deutlich über 600 g auf die Waage. Die kleinen Kätzchen können nun ihre Grundbedürfnisse ein gutes Stück weit selbst erfüllen, weil sie selbstständig fressen, trinken und aufs Katzenklo gehen können. Kiri kümmert sich weiterhin vorbildlich um die Kleinen, lässt sie aber deutlich seltener bei sich trinken und schläft auch nicht mehr bei ihnen.

 
Vor allem Hühnchenfleisch und Kittenmilch stehen auf dem Speiseplan
 
Calamondin und Casana schmeckt es

Die Selbstständigkeit der Kätzchen zeigt sich auch darin, dass sie die Nestbindung aufgegeben haben. Bis letzte Woche zogen sie sich zum Schlafen noch auf einen gemeinsamen Platz zurück und lagen meist in einem pelzigen Knäuel zusammen. Im Lauf der letzten Tage haben die Kitten den gesamten Wohnbereich erobert und schlafen dort, wo es ihnen momentan am besten gefällt. Dabei ist es ihnen zwar immer noch angenehm, sich gemütlich an ein Geschwisterchen zu kuscheln, aber es wird auch alleine geschlafen.


Nashi hat es auf das Sofa geschafft

Da die Katzenkinder nun auch klettern können, hat sich ihre Welt plötzlich um eine Dimension erweitert. Besonders beliebt war von Anfang an das Sofa. Akee hat bei solchen Dingen immer etwas die Nase vorne und war sichtlich stolz, als er das erste Mal bis auf die Lehne klettern konnte. Von einem unsicheren Tapsen ist jetzt auch nichts mehr zu sehen. Alle können sicher laufen, balancieren geschickt auch auf recht schmalem und wackeligen Untergrund wie Gliedmaßen von Zweibeinern und können schnell rennen. Schwerer fällt es ihnen hin und wieder, rechtzeitig zu bremsen.


Akee und Calamondin

Mit der Erweiterung ihres Bewegungsradius wird auch der Kontakt zu den anderen Katzen intensiver. Bis auf Leeloo, die nichts mit dem Nachwuchs ihrer Konkurrentin Kiri zu tun haben möchte, sind alle Katzen interessiert und freundlich. Vor allem die 8 Monate alte Yeli verbringt viel Zeit in ihrer Nähe. Häufig schaut sie ihnen beim Spielen zu, hin und wieder spielt sie auch mit den Kitten und läuft ihnen hinterher. Da Kiri in den letzten Wochen immer wieder einschritt, wenn Taran sich den Kitten nähern wollte, schaut er meist nur aus sicherer Entfernung zu, ist aber umso erfreuter, wenn einzelne Kätzchen von sich zu ihm kommen. Taran liebt Kitten und spielt gerne Kindermädchen. Seit er potent ist, traut allerdings Kiri ihm nicht so recht über den Weg. Sie scheint zu wissen, dass nicht alle Kater freundlich zu fremdem Nachwuchs sind.


Cherimoya


Menschen gegenüber verhalten sich alle Kitten sehr interessiert, vertrauensvoll und angstfrei. Sie sind sehr kontaktfreudig und testen alles aus. Calamondin war der erste, der laut geschnurrt hat, sobald man ihn hochnahm. Einen besonderen Menschenbezug zeigt allerdings Akee. Am liebsten würde er einem überall hin folgen und schläft besonders gerne auf dem Schoß ein. Alle Nidi-Kinder sind sehr gesprächig und antworten, wenn man sie anspricht.

Kiwi und Casana

Im Lauf der nächsten Wochen werden auch individuelle Unterschiede deutlicher werden. Die Kätzchen werden Vorlieben entwickeln und bestimmte Geschwister als Spielpartner bevorzugen. Es bleibt also weiterhin spannend.


Samstag, 29. Dezember 2012

Vierte Woche

Akee (28 Tage alt)
 
Die Kätzchen sind nun 4 Wochen alt und haben in den letzten Tagen große Fortschritte gemacht. Alle sind nun zwischen 450 und 530 Gramm schwer, die Ohren haben sich aufgerichtet und die Wachzeiten werden nun deutlich länger.

Casana (28 Tage alt)

Die Augen sind blau, bei den Kätzchen mit Siamfärbung (Points) leuchten sie in einem hellen Himmelblau. In den nächsten Wochen wird sich die Augenfarbe bei den schwarz getigerten Kätzchen über Blaugrau in grüngelbe Farbtöne umfärben, bei den Pointies etwas dunkler werden, aber blau bleiben.

Cherimoya (28 Tage alt)

Vor fünf Tagen zeigten die ersten Kitten Interesse an Kiris Futter. Da das relativ früh ist, bot ich Nashi etwas fein geschabtes Fleisch auf dem Finger an und war sehr überrascht, dass sie es so gierig fraß, dass sie mir kräftig mit den nadelspitzen Zähnchen in den Finger biss. Bei unseren bisherigen Würfen waren die Kätzchen viel zögerlicher an feste Nahrung gegangen und es dauerte eine ganze Weile, bis sie ohne Schwierigkeiten feste Stückchen schlucken konnten. Nicht so die kleinen Früchtchen. Angebotene Kittenmilch finden sie viel schwieriger zu schlabbern als die festen Fleischstückchen zu kauen und runterzuschlucken. Für Kiri ist das eine große Entlastung.

Kiwi (28 Tage alt)

Passend zum veränderten Fressverhalten gehen die Minikätzchen auch schon aufs Katzenklo. Sobald die Kitten dafür alt genug sind, stelle ich Kistchen mit einem niedrigen Rand auf, damit die Kätzchen leicht rein- und wieder raussteigen können. Instinktiv wissen die Katzenkinder, wofür das bröselige Material gut ist. Das heißt nicht, dass es nicht auch zum Spielen verwendet wird.

Calamondin (28 Tage alt)

Das Spiel der Kitten ist in der letzten Woche immer bewegter geworden. Alle können nun rennen und versuchen zu klettern. Spielerisch werden die Geschwister angeschlichen und die ersten Kätzchen machen kleine Hüpferchen beim Versuch, die "Beute" anzuspringen. Am beliebtesten sind allerdings immer noch Beiß- und Kampfspiele im Liegen. Seit drei Tagen können die Kätzchen auch einen Buckel machen und versuchen damit die Geschwister zu beeindrucken. 

Nashi (28 Tage alt)


Sonntag, 23. Dezember 2012

Rasante Entwicklung

Akee und Kiwi (rechts)

Die kleinen Früchtchen sind nun 3 Wochen alt und vom ruhigen Katzenzimmer ins Wohnzimmer umgezogen. Kiri hatte schon vorher immer wieder die Kätzchen gurrend animiert, das Nestchen zu verlassen. Offenbar war sie der Meinung, dass es für ihre Kleinen nun Zeit wird, mehr von der Welt zu entdecken. Deshalb schien sie auch sehr zufrieden damit zu sein, dass wir sie mit ihren Kindern umquartierten.

Kiwi

Aufregender war das offensichtlich für die anderen Katzen. Die durften nämlich nun das erste Mal die neuen Familienmitglieder anschauen. Für Saphira und Yeli waren das die ersten Kitten, die sie überhaupt zu Gesicht bekamen. Entsprechend neugierig, aber vorsichtig waren die beiden. Kiri hatte die ganze Zeit ein wachsames Auge auf alles und entspannte sich erst, als klar war, dass keine der anderen Katzen unfreundlich reagiert.

Casana

Alle Kätzchen können nun etwas wackelig, aber erstaunlich schnell laufen. Dabei stehen die kleinen Schwänzchen wie Fähnchen steil nach oben und helfen den Katzenkindern das Gleichgewicht zu halten. Alles wird sehr neugierig erst einmal betrachtet, dann versucht die Entfernung abzuschätzen und schließlich draufzugelaufen. Da sie Menschen seit ihrer Geburt kennen, laufen sie auf einen zu, wenn man aus nicht zu großer Entfernung mit ihnen redet. Ein paar der Früchtchen - vor allem Casana und Kiwi - sind ausgesprochen kommunikativ und versuchen schon, mit ihren piepsigen Stimmchen mit den Zweibeinern zu "reden". 

Calamondin

Unser Moppelchen Akee ist seinen Geschwistern oft ein bisschen in der Entwicklung voraus. Er zeigt schon Ansätze von spielerischem Jagdverhalten und hat gestern versucht, seine Geschwister anzuschleichen, was bei einem Minikätzchen von knapp 400g, das noch nicht einmal sicher laufen kann, sehr witzig aussieht. Vor allem der gut gemeinte, aber misslungene Versuch eines Hüpfers am Ende brachte ihm lautes Lachen der Zuschauer ein. Mit Begeisterung wird auch versucht, in die Geschwister und Kiri zu beißen, was noch keine Wirkung zeigt. Das kleine Mäulchen ist nämlich noch zahnlos. Nur vorne kann man spüren, dass die ersten winzig kleinen Schneidezähnchen durchbrechen.

Calamondin und Nashi

Die Nahrung besteht immer noch ausschließlich aus Muttermilch und Kiri muss jetzt pro Tag etwa einen Viertel Liter Milch produzieren, was für eine Katze ein wirklich große Leistung ist. Die während der Trächtigkeit in Form von Fett eingelagerten Nahrungsreserven werden dadurch nach und nach aufgebraucht, so dass Kiri sich langsam wieder ihrem Ausgangsgewicht nähert.


Casana

Auch die Fähigkeiten der Kätzchen zur Kommunikation haben sich weiterentwickelt. Von Anfang an können kleine Kätzchen fauchen und tun dies, wenn sie fremde Gerüche riechen. Bei jeglicher Unannehmlichkeit wird außerdem durch ein hohes Piepsen die Mutter auf den Plan gerufen.


Cheri und Casana

Seit sie die Augen richtig öffnen können, lassen manche Früchtchen ein feines, sehr hohes Miauen hören, wenn ein Mensch sie anspricht. Inzwischen werden auch fremde Katzen erkannt und einer der Zwerge versuchte sogar, vor Yeli einen Buckel zu machen, wodurch diese natürlich kaum zu beeindrucken war. 


Nashi

Alles in allem wird es immer interessanter, den kleinen Kätzchen zuzuschauen und sich mit ihnen zu beschäftigen. Jeden Tag kann man Neues an ihnen entdecken.




Mittwoch, 19. Dezember 2012

Die Weisheit der Katzen

Beobachtet man Katzen etwas genauer, dann wird man feststellen können, dass sie ausgesprochen intelligent sind. Anders als bei Hunden, zeigt sich das nicht darin, dass sie großen Wert darauf legen, Dinge zu tun, die uns erfreuen. Es gibt zwar in dieser Hinsicht auch einige äußerst gutwillige Katzen, aber für Albernheiten wie Sitz und Platz muss es aus Katzensicht schon gute Gründe wie z.B. etwas Leckeres geben, damit eventuell auch nur darüber nachgedacht wird.

Kiri im Sommerfell

Anders sieht das aus, wenn es um etwas geht, dass einer Katze sehr wichtig ist. Dann offenbart sich dem genauen Beobachter doch einiges. Für eine weibliche Katze gibt es nichts wichtigeres als ihr Nachwuchs, so lange der klein und von ihr abhängig ist. Mal abgesehen davon, dass Katzen längst ausgestorben wären, wenn sie nicht wüssten, dass man Neugeborene von den Fruchthüllen befreien und abnabeln muss, gibt es doch einige über dieses instinktmäßige Wissen hinausgehende Verhaltensweisen, das sehr individuell auftreten und somit nicht durch Instinkte vorgegeben sind.

Kiri mit 3 Tage alten Babys

Kiri ist eine Katzenmutter, die recht genaue Vorstellungen von einem geeigneten Nest hat. Und sie sieht sehr schnell Gefahren auf ihren Nachwuchs zukommen. Eine dieser Gefahren sind die beiden pubertierenden Zweibeiner, die ihrer Meinung nach zu großes Interesse an den Katzenkindern zeigen. Wenn sie sich ruhig und bedacht verhalten und die Intimssphäre der Wurfkiste respektieren, dürfen sie durchaus ihren Nachwuchs bewundern. Meint aber ein 1,90 m großer Jugendlicher vor Begeisterung fast in das Kistchen kriechen zu müssen, so wird erst einmal gemurrt. Auf mich wirkt dieser Ton wie ein ermahnendes Räuspern. Wie Kinder in diesem Alter so sind, wird darauf nicht unbedingt gehört, also muss die besorgte Katzenmutter dem Besucher ein Stück weit entgegengehen und versuchen, ihn freundlich abzuwimmeln. Leider bringt das nicht den erhofften Erfolg, so dass eine andere Lösung her musste. Da Kiri ihren menschlichen Mitbewohner immer wohlwollend gegenübersteht, bot sich ein Umzug in eine schwerer zu belagernde Ecke des Wurfzimmers an, die mit großem Bedacht gewählt wurde. Eine entsprechende Inspektion der gegebenen Möglichkeiten fiel deshalb sehr genau aus. Durch die Ausstattung des Raumes ist das schließlich ausgewählte Eckchen auch von oben geschützt, es ist weich, warm und trocken. Was will man mehr? Dass auch Kiris Geburtshelferin und oberste Dosine nur noch schwer an die Kätzchen rankommt,  stellt für Kiri so gar kein Problem dar.

Kiri fühlt sich wohl mit ihren Früchtchen

Überhaupt sind Umzüge Kiris Spezialität. Beim letzten Wurf hatten die Katzenkinder sich in der dritten Woche einen leichten Darminfekt eingefangen. Kiri hatte das bemerkt, ehe ihren Menschen überhaupt etwas beim Wiegen oder am Verhalten der Kitten aufgefallen war. Sie wurde sehr unruhig und war nur noch mit Putzen beschäftigt. Offensichtlich fand sie es sehr bedenklich, wenn es ihr nicht gelang, die breiigen Hinterlassenschaften völlig zu beseitigen. Immer wenn die Unterlage geruchlich nicht mehr einwandfrei war - und dafür reichten kleinste Spuren - , verlegte sie ihre Kinderstube an einen sauberen Ort. Dieses im Grunde sehr kluge Verhalten hörte erst auf, als auch die letzten Blähungen vorüber waren.


Calamondin und Nashi


Kiris sechs Kitten haben nun eine Größe erreicht, dass es immer wieder eine ganze Weile dauert, bis auch das letzte einen Platz an einer Zitze gefunden hat. Die Suche danach bringt oft viel Protest und Gepiepse mit sich und schnell unzufrieden werdende Kitten wie Calamondin können dabei sehr viel Unruhe verbreiten, so dass keiner entspannt zum Trinken kommt. Eigentlich ist für jeden eine ergiebige Zitze vorhanden, aber manche von Kiris Kindern geben sich eben nicht mit irgendeiner davon zufrieden. Es muss eine bestimmte sein. Kiri wurde das Geschrei und das Gewusel irgendwann zu bunt und sie fand eine sehr gute Lösung. Sie schnappte sich den Schreihals und eine seiner Schwestern und legte sich mit ihnen etwas abseits von den anderen zum Säugen.   

Kiri

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Zwei Wochen alt

Akee (13 Tage alt)


Die kleinen Kätzchen aus dem F-Wurf sind nun zwei Wochen alt und es ist eine Freude ihnen beim Wachsen zuzuschauen. Aus kleinen Fellwürstchen, die nur mit Trinken und Schlafen beschäftigt sind, sind richtige Kätzchen in Miniformat geworden. Sie schlafen zwar immer noch viel und trinken ist weiterhin die Lieblingsbeschäftigung, aber zwischendurch gibt es Momente, in denen sie mit großen Augen versuchen, das zu verstehen, was sie sehen. Meist versuchen sie, näher an das unbekannte Objekt heranzukommen. Sehr unsicher sind die Kitten noch im Abschätzen von Entfernungen. Mal wird mit dem Kopf gegen die Wand der Wurfkiste gestoßen, dann wieder versuchen sie nach einem Geschwisterchen zu tatzen, das noch viel zu weit entfernt ist.

Calamondin  (13 Tage alt)

Casana  (13 Tage alt)



Noch sehr wackelig versuchen sich die kleinen Entdecker im Laufen. Auf allen vier Pfötchen zu stehen, schaffen bereits die ersten ein paar zittrige Momente, das Laufen jedoch wirkt noch mehr wie ein Kriechen und sobald ein Pfötchen einmal mutig vom Untergrund abgehoben wird, kippt meist das ganze Kätzchen um. Trotzdem ist nun viel mehr Bewegung in der Wurfkiste und Kiri zieht sich immer wieder für ein Nickerchen vor die Wurfkiste zurück.

Cherimoya  (13 Tage alt)

Kiwi  (13 Tage alt)

Die eigene Wärmeproduktion der Kätzchen kommt auch langsam in Schwung. Anfangs versuchte jedes Kitten möglichst unter seine Geschwister zu kriechen und alle sechs lagen in einem engen Knäuel über und untereinander. Inzwischen suchen die Katzenkinder zwar immer noch den Kontakt zueinander, aber es reicht nun aus dicht nebeneinander zu liegen.

Nashi   (13 Tage alt)